Mythos: Nur alte Hunde haben Gelenkprobleme

Rund ein Fünftel aller Hunde leidet im Laufe des Lebens an Gelenkproblemen. Diese Zahl nimmt im Alter deutlich zu: Laut einer Studie haben 80 % der Hunde ab acht Jahren mit Arthrose zu kämpfen. Diese Zahlen lassen einen trügerischen Schluss zu: Nur alte Hunde haben Gelenkprobleme. Dabei liegen die Beschwerden in der Jugend begraben.

Warum wird Arthrose erst so spät entdeckt?

Viele verbinden Arthrose mit Alter, weil sie bei uns Menschen als „Alteleutekrankheit“ bekannt ist. Arthrose entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich im Laufe eines Menschenlebens. Bei Hunden ist es nicht anders.

Hunde kaschieren Schmerzen

Unsere Hunde: Treu, arbeitswillig und sie wollen uns alles recht machen. Das hat eine negative Seite: Sie lassen sich Schmerzen kaum anmerken. Wer bei chronischen Schmerzen auf ein Winseln wartet, kann das lange tun. Hunde kaschieren Beschwerden jahrelang, bis der Körper sagt: „Stopp, hier geht es nicht weiter!“

Erst wenn Gelenkprobleme fortgeschritten sind, sehen viele Hundebesitzer die Symptome. Eine Behandlung wird zur reinen Symptombekämpfung. Arthrose vorbeugen oder früh erkennen sollten das Ziel sein. So können wir den Gelenkverschleiß verlangsamen. Gelenkprobleme behandeln ist ein lebenslanger Prozess und lässt sich nicht mit einer Wunderpille heilen.

Wir Menschen denken nicht gerne darüber nach, dass auch junge Hunde krank sein können. Unser Nichtwissen ändert nichts an Gelenkproblemen. Sie verschwinden nicht, nur weil wir nicht hinschauen. Arthrose muss keine Schreckensdiagnose sein, auch nicht im jungen Hundeleben.

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Risikofaktoren

Risikofaktoren für frühe Gelenkprobleme sind:

  • Rasse
  • Verletzungen und Entzündungen
  • Kastration
  • Übergewicht
  • Falsche Ernährung
  • Gelenkfehlstellungen wie ED und HD

Viele haben Angst, dass ihr Liebling lebenslang von einer LKW-Ladung voller Medikamente abhängig ist. Diese Sorge ist oft unbegründet. Die Behandlung mit Medikamenten ist nicht immer notwendig oder nur für eine begrenzte Zeit. Wir Besitzer haben einen größeren Anteil am Wohl unserer Hunde. Ernährung, Anpassung der Umgebung an den Hundekörper und Bewegungstraining sind die wichtigsten Bausteine.

Schmerzen und Anzeichen früh erkennen

Bei Schmerzen verändert sich die Qualität der Bewegung. Hunde gleichen eine schmerzende Stelle im Körper durch Ausweichbewegungen aus. Diese Veränderungen in der Bewegung sind schleichend und kaum zu bemerken.

Eine Fehlstellung der Gelenke, zum Beispiel HD, macht sich im gesamten Körper bemerkbar. Oft runden Hunde den Rücken, um die Fehlstellung zu kompensieren. Achte auf den ganzen Hundekörper, nicht nur auf die Gelenke.

Mögliche Anzeichen für Gelenkprobleme:

  • Veränderungen in Bewegung und Gangbild: Lahmen, Steifheit, Probleme beim Aufstehen (vor allem nach langen Ruhephasen), wollen einige Bewegungen nicht mehr machen (Treppen steigen, ins und aus dem Auto springen)
  • Stimmung: Viel Schlaf, weniger Freude bei Spiel und Bewegung, Lecken an Gelenken, mögen Berührungen an bestimmten Stellen nicht
  • Muskulatur: Mehr oder weniger Muskeln an bestimmten Stellen wegen einer Schonhaltung
Mythos: Nur alte Hunde haben Gelenkprobleme
Gelenkprobleme im Alter sind eine Folge vom Lebensstil in jungen Jahren

Gelenkprobleme vorbeugen

Um es nicht so weit kommen zu lassen, gibt es viele Möglichkeiten, Gelenkprobleme bei jungen Hunden vorzubeugen.

Gewicht

Besitzer merken oft nicht, dass ihre Hunde zu dick sind. Achte von Beginn an auf ein gesundes Gewicht. Gewicht halten ist einfacher als Gewicht verlieren. Es ist die wichtigste Methode, um Gelenkprobleme vorzubeugen oder deutlich einzuschränken.

Das Risiko für die Entstehung von Gelenkproblemen verringert sich mit einem gesunden Gewicht deutlich (manche Tierärzte gehen von bis zu 80 % aus!). Ein einfacher Test zeigt, ob dein Hund zu viele Fettreserven angefuttert hat. Streiche deinem Vierbeiner im Stehen über die Rippen. Wenn sie einfach zu fühlen sind, ist dein Hund nicht zu dick.

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Ernährung und Nahrungsergänzungen

Achte beim Hundefutter auf Qualität und die richtige Menge. Verfüttere nicht zu viele Leckerlis zwischendurch, das sind oft die größten Kalorienbomben.

Für junge Hunde eignet sich nur Welpenfutter und später Junghundefutter. Es ist so zusammengestellt, dass Energiezufuhr, Mineralstoffe und Vitamine exakt auf den Junghundekörper abgestimmt sind. Wächst ein junger Hund zu schnell, belastet das die Gelenke. Das ist oft bei Riesenrassen der Fall, weshalb sie ein energieärmeres Junghundefutter bekommen.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist mehr nicht gleich besser. Besprich mit deinem Tierarzt, welche Zusätze sinnvoll sind. Eine Studie nach der anderen bestätigt, dass Omega-3-Fettsäuren beim Kampf gegen Arthrose wichtig sind. Die Qualität vom Omega-3 ist dabei entscheidend. Am besten eignet sich Lachsöl. Lachs hat von allen Fischen den größten Anteil an Omega-3.

Bewegung und Muskelaufbau

Ruhige, gleichmäßige Bewegung ist besser als ein Actionparcours, in dem die Hunde nur so durch die Gegend fliegen. Schwimmen ist eine tolle Alternative. Hunde belasten ihre Gelenke dabei nicht und sie bauen gleichzeitig Muskeln auf. Bewegungstraining ergänzt die täglichen Spazierrunden. Es bietet Abwechslung und baut Muskeln auf, die Hunde beim Spazieren nicht beanspruchen.

Achte bei jungen Hunden darauf, dass ihr es mit dem Hundesport langsam angeht. Solange sie in der Wachstumsphase sind, solltest du auf hohe Sprünge, Start-Stopp-Spiele (z.B. Ball oder Frisbee werfen) und lange Läufe verzichten. Gewöhne deinen Hund später langsam an neue Sportarten. Junghunde sollten nicht zu oft in und aus dem Auto springen oder zu viele Treppen steigen.

Wann dein Hund ausgewachsen ist, ist von Rasse zu Rasse verschieden. Große Hunde brauchen bis zu 2 Jahren, bis sie ausgewachsen sind, kleine Hunde oft nur 10 Monate.

Ein orthopädisches Bett und Physiotherapie sind weitere Helfer bei der Vorbeugung von Arthrose. Das Hundebett passt sich dem Körper an und entlastet die Gelenke. Physiotherapie steuert den Muskelaufbau und lindert Schmerzen.

Gelenkprobleme: eine Sache der Vorbeugung, nicht des Alters

Du musst jetzt nicht panisch zum Tierarzt rennen und von jedem Gelenk zehn Röntgenbilder machen und den Hund in den Kernspintomographen stopfen. Rede mit deinem Tierarzt, welcher Check Sinn macht. Lieber einmal zu oft nachschauen, als die Folgen später bereuen. Du, dein Hund und der Tierarzt bilden bei der Behandlung ein Team.

Arthrose kann sich trotz aller Vorbeugungen entwickeln. Aber: Du senkst mit diesen Maßnahmen das Risiko deutlich. Der Verlauf der Arthrose kann sich hinauszögern und weniger schwerwiegend sein.

Kennst du Hunde, die in jungen Jahren an Gelenkproblemen leiden? Welche Maßnahmen waren erfolgreich? Schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!

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