Isometrische Übungen für Hunde

Isometrische Übungen ist eine etwas andere Art des Krafttrainings. Die Muskulatur deines lieben Hundes arbeitet, ohne dass er sich bewegen muss. Dabei übt dein Hund Gegendruck gegen den gezielten Druck deiner Hände aus. Deshalb eignet sich isometrisches Training für alle Hunde, egal ob es sich um kranke Hunde oder gesunde Hunde handelt. Im Artikel stelle ich dir die wichtigsten Übungen vor.

Was sind isometrische Übungen?

Isometrische Übungen sind keine dynamischen Übungen, sondern werden in einer festen, statischen Position ausgeführt (oft im Stehen). Dabei übst du leichten Druck auf einen Körperteil deines Hundes aus, dem er nicht ausweichen sondern standhalten soll.

Bei isometrischen Übungen geht es nicht um eine möglichst hohe Druckkraft. Ziel ist es, dass die Muskeln für den Dauer der Übung angespannt sind.

Isometrische Übungen sind auch deshalb so wunderbar, weil du sie überall machen kannst: in den eigenen vier Wänden oder wenn ihr in der Natur unterwegs seid. Du brauchst keine Geräte oder anderes Zubehör. Nur deinen lieben Hund, deine Hände und einen rutschfesten Untergrund.

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Darum solltest du mit deinem Hund isometrische Übungen machen

Isometrische Übungen können gesunden Vierbeinern sowie Hunden mit Problemen mit dem Bewegungsapparat helfen. Auch ein aufgeregter Hund profitiert durch diese besondere Form des Trainings.

  • Muskelaufbau: Auch wenn es nicht immer so aussieht, bauen isometrische Übungen Muskeln auf.. Durch das ständige An- und Entspannen wird die Muskulatur ganz schön gefordert.
  • Koordination verbessern: Durch den Druck muss dein lieber Hund darauf achten, dass er nicht aus seiner stabilen Position gebracht wird. Das verbessert Koordination und Gleichgewicht.
  • Körpergefühl schulen: Durch den leichten Druck der Hand, ändert sich die Spannung im Muskel. Deine Fellnase achtet mehr auf seinen Körper und nimmt ihn besser wahr.
  • Stressreduktion: Weil isometrische Übungen statisch und nicht dynamisch sind, können sie deinem Liebling helfen, Stress zu reduzieren und aufregenden Situationen gelassener zu begegnen. Ängstliche Hunde fokussieren sich dabei auf die Übung und bauen kontrolliert Muskelspannung auf, die nach einigen Sekunden wieder nachlässt. Isometrisches Training eignet sich deshalb auch für die sogenannte konditionierte Entspannung. Dabei wird Hunden Entspannung durch ein Signal beigebracht (Lesetipp: Konditionierte Entspannung beim Hund).

Grundsätzlich sind isometrische Übungen für alle Hunde geeignet: Junger Hund oder ältere Hunde, bei Gelenkerkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Vor allem bei Hunden mit Krankheiten und Problemen mit dem Bewegungsapparat solltest du die Übungen trotzdem vorher mit dem Tierarzt abklären.

Die meisten Hunde machen isometrische Übungen brav mit. Viele schauen beim ersten Mal etwas verwirrt, da sie nicht wissen, was ihr Zweibeiner da eigentlich vorhat. Isometrische Übungen sind anstrengender als sie aussehen. Gönne deinem Schatz deshalb nach jeder Einheit eine Pause.

Isometrisches Training für Hunde
Unsere Vierbeiner genießen auch den Körperkontakt zwischen Mensch und Hund.

Isometrische Übungen

Im Folgenden zeige ich dir Übungen für die Vorderbeine und die Hinterbeine. Die Übungen trainieren auch Rumpf und Rücken mit.

Isometrische Übungen für die Vorderhand

Übung 1

Ausgangsposition: Dein Hund steht vor dir. Du sitzt oder hockst vor deiner Fellnase und legst deine Hände links und rechts auf seine Schultern.

Übung: Übe jetzt für 5 Sekunden mit der rechten Hand leichten Druck aus, als wolltest du deinen Schatz ein Stück nach links schieben. Der Druck bleibt dabei konstant und verändert sich nicht. Die linke Hand bleibt locker auf der rechten Schulter deines treuen Begleiters liegen. Dein Hund sollte die Muskeln anspannen und dagegenhalten, aber seine Position nicht verlassen. Wenn er ausweicht und auf die Seite steigt, hast du zu viel Druck ausgeübt. Versuche es noch einmal mit ein bisschen weniger Druck. Nach den 5 Sekunden machst du dasselbe mit der anderen Seite.

Wiederholungen: 3-mal auf jeder Seite. Hat sich dein Hund an die isometrischen Übungen gewöhnt, kannst du mehr Wiederholungen machen und den Druck ein paar Sekunden länger ausüben.

Wenn ihr schon etwas fortgeschrittener sein, könnt ihr diese Übung auch mit einem entweder stabilen Gegenstand (z. B. die unterste Stufe einer Treppe) oder einem Balancekissen (es kann auch ein altes Sofakissen sein) machen. Dabei stellt sich deine Fellnase mit den Hinterbeinen auf den Gegenstand. Das verlagert das Körpergewicht auf die Vorderhand, was die Übung noch effektiver macht. Jetzt einfach wie bei der Ausgangsübung weitermachen.

Übung 2

Ausgangsposition: Du hockst wieder vor deinem stehenden Hund. Lege nun deine Hände auf die Brust deines Schatzes.

Übung: Übe für 5 Sekunden leicht Druck aus, so als würdest du deinen Hund von dir wegschieben.

Wiederholungen: 3-mal. Später könnt ihr die Dauer und Wiederholungen steigern.

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Isometrische Übungen trainieren nicht nur die Muskeln, sondern bauen auch Stress ab.

Isometrische Übungen für die Hinterhand

Übung 1

Ausgangsposition: Dein Hund steht vor dir, du sitzt oder hockst diesmal hinter deinem Hund. Lege nun deine Hände auf seine Oberschenkel.

Übung: Übe auch hier für 5 Sekunden leichten Druck mit der rechten Hand auf den rechten Oberschenkel aus. Der Druck bleibt wieder konstant und dein Schatz sollte sich nicht bewegen, sondern dem Druck gegenhalten. Lass wieder locker und mach dasselbe mit der linken Hand.

Wiederholungen: 3-mal auf jeder Seite. Hat sich dein Hund an die isometrischen Übungen gewöhnt, kannst du mehr Wiederholungen machen und den Druck ein paar Sekunden länger ausüben.

Auch hier habt ihr die Möglichkeit, die Übung noch ein bisschen anspruchsvoller zu gestalten. Diesmal stellt dein Schatz seine Vorderbeine auf einen stabilen Gegenstand oder ein Balancekissen. Jetzt wird das Gewicht auf die Hinterbeine verlagert und die Muskeln müssen noch mehr arbeiten.

Übung 2

Ausgangsposition: Du sitzt hinter deinem stehenden Hund. Umfasse die Oberschenkel deines lieben Hundes.

Übung: Ziehe deinen Hund ganz leicht für 5 Sekunden in deine Richtung, als würdest du deinen Hund zu dir ziehen wollen.

Wiederholungen: 3-mal. Auch hier kannst du die Wiederholungen und Sekunden steigern.

Gelenke Quiz
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Fazit: Isometrisches Training ist ein Allround-Talent

Isometrische Übungen sind eine wunderbare und sanfte Methode, um Muskeln aufzubauen, Koordination und Körpergefühl zu schulen und gestresste Hund zu beruhigen. Sie sind wirklich für alle Hunde geeignet, egal ob sie Gelenkschmerzen und neurologische Probleme haben oder fit und beschwerdefrei sind.

Hast du schon einmal isometrische Übungen ausprobiert? Wie haben sie deinem lieben Hund gefallen? Schreibe deine Antwort gerne in die Kommentare!

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