Fellwechsel beim Hund — Das musst Du wissen

Der Fellwechsel bei unseren Hunden hinterlässt einen Haufen Haare und zwingt nicht nur so manchen Staubsauger in die Knie: Das Haaren ist ein anstrengender Prozess für die Vierbeiner. Erfahre, wann Du mit dem Fellwechsel rechnen musst, wie lange er dauert und wie Du Deinen Hund unterstützen kannst.

Fellwechsel: Jahreszeit, Dauer und Menge der Haare

Hunde können das gesamte Jahr Haare verlieren. Im Frühling und Herbst haaren sie mehr. Sie wechseln ihre Unterwolle und passen ihr Fell an die Außentemperatur an. Der Fellwechsel dauert 4 bis 8 Wochen. Das alte Fell kommt weg, damit das neue nachwachsen kann.

Im Herbst tauschen sie das luftige Sommerfell gegen mehr Unterwolle zur Wärmeisolierung. Im Frühling muss der ganze Winterpelz wieder weg. Deshalb haaren viele Hunde im Frühling mehr, weil sie die dichte Winterwolle abstoßen.

Wie viel Haare unsere Vierbeiner verlieren, hängt von Rasse, Felltyp, Alter und Hormonhaushalt ab. Oft haaren kastrierte Tiere und Hündinnen kurz vor der Läufigkeit mehr. Auch ältere Hunde haaren vermehrt.

Um Deinen Hund beim Fellwechsel zu unterstützen, sind regelmäßiges Bürsten, die richtige Ernährung und ein gutes Raumklima wichtig.

Bürsten und Fellpflege

Das Bürsten durchblutet die Haut und das Fell löst sich leichter. Das beschleunigt den Haarwechsel. Die Fellpflege stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch. Gewöhne Deinen Hund von klein auf an das Bürsten, damit er die Pflege genießt.

Welche Arten von Bürsten und Zubehör gibt es?

  • Striegel mit langen Zinken: in gerader oder abgerundeter Form
  • Striegel mit kurzen Zinken: der Furminator ist der prominenteste Vertreter
  • Zupfbürste zum Auskämmen der Unterwolle: für besonders tiefsitzende Wolle
  • Weiche Borstenbürste, Massagebürste oder Fellpflegehandschuh: bringt das borstige Deckhaar zum Glänzen und als Abschlussmassage
  • Grober Kamm: bei feinem, seidigem Fell
  • Trimmer (oder ein Profi mit einem Trimmer): für bestimmte Haartypen
  • Gegen Verfilzungen: Entfilzungskamm, Anti-Filz-Shampoo und Schere

Welche Bürsten Du für Deine Fellnase brauchst, hängt von der Art des Felles ab.

Für jedes Fell die richtige Bürste

Fellarten der Hunde

Unsere Hunde haben viele verschiedene Fellformen mit unterschiedlicher Menge an Unterwolle. Fangen wir mit den Wollmonstern an.

Langhaar mit viel Unterwolle

Collie, Husky und Schäferhund mit Langstockhaar gehören zu diesem Haartyp. Bürste Deinen Hund während des Wechsels am besten jeden oder jeden zweiten Tag, damit Du Verfilzungen vermeidest.

Ausrüstung

  • Striegel mit langen Zinken (für meine Langhaarschäferhündin eignet sich die abgerundete Form am besten)
  • Zupfbürste
  • Weiche Borstenbürste oder Massagebürste
  • Ein grober Kamm (bei sehr feinem, seidigem Fell)
  • Bei Bedarf ein Anti-Filz-Shampoo, einen Entfilzungskamm und eine Schere

Kurzhaar mit viel Unterwolle

Schäferhund, Labrador Retriever und Appenzeller Sennenhund gehören in diese Kategorie. Dreimal in der Woche durchbürsten sollte ausreichen.

Ausrüstung

  • Striegel mit kurzen Zinken
  • Zupfbürste
  • Weiche Borstenbürste oder Massagebürste

Langhaar mit wenig oder ohne Unterwolle

Pudel, Malteser und Yorkshire Terrier haben lange Haare aber kaum Unterwolle. Das lange, feine Deckhaar verfilzt leicht. Je nach Haardicke eignen sich unterschiedliche Bürsten.

Ausrüstung

  • Entfilzungskamm oder grober Kamm
  • Borstenbürste
  • Bei Bedarf Zupfbürste oder Striegel mit langen Zinken für die Unterwolle

Kurzhaar mit wenig oder ohne Unterwolle

Dalmatiner, Kurzhaardackel und Deutsche Dogge gehören hierher. Diese Hunde haben das pflegeleichteste Fell. Beim Fellwechsel reicht es aus, es einmal pro Woche durchzubürsten.

Ausrüstung

  • Fellpflegehandschuh, Massagebürste oder weiche Borstenbürste
  • Bei Bedarf Striegel mit kurzen Zinken für die Unterwolle

Rauhaar

Rauhaardackel, Schnauzer und West Highland White Terrier sind Vertreter dieses Haartyps. Einmal in der Woche bürsten reicht aus, allerdings brauchen Rauhaare in bestimmten Zeitabständen einen Trimmschnitt. Das abgestorbene Deckhaar wird dabei samt Haarwurzel entfernt.

Ausrüstung

  • Trimmer
  • Weiche Borstenbürste

Futter

Unterstütze Dein Wollknäuel mit dem richtigen Futter. Beim Fellwechsel ist der Bedarf an bestimmten Nährstoffen höher. Ein Mangel kann den Fellwechsel in die Länge ziehen, weil die Haare mehr Zeit zum Wachsen brauchen. Die Haut ist dabei trocken, schuppig und verursacht Juckreiz. Auch ein brüchiges, stumpfes oder schütteres Haarkleid deuten auf einen Mangel hin. Damit es gar nicht so weit kommt, achte auf folgende Nährstoffe.

Eiweiß

Beim Fellwechsel ist der Eiweißbedarf höher, weil Haare aus dem Eiweiß Keratin bestehen. Wenn das Futter einen hohen Fleischanteil hat, ist der Eiweißbedarf gedeckt. Bei Futter mit mehr Getreideanteil kannst Du einen Teil des Futters durch mageres Fleisch, Magerquark oder Hüttenkäse ersetzen.

Omega-3

Omega-3 hilft Hunden nicht nur beim Fellwechsel, sondern allgemein bei Fell- und Hautproblemen.

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essenziellen Stoffen: Sie sind lebensnotwendig und der Hundekörper kann sie nicht selbst herstellen.

Hunde brauchen beim Fellwechsel mehr Fettsäuren, weil die Haare von einer Fettschicht überzogen sind. Diese Schicht macht das Fell glänzend und geschmeidig.

Omega-3 findest Du in Kaltwasserfischen wie Lachs oder Pflanzenöl wie Raps- und Leinöl. Fischöl ist die bessere Wahl, weil pflanzliche Fettsäuren im Körper erst umgewandelt werden müssen. Bei diesem Prozess geht ein Teil der Wirkung verloren. Omega-3 kannst Du als Öl (zum Beispiel Lachsöl) über das Futter träufeln.

Mineralien und Vitamine

Der Fellwechsel ist anstrengend für unsere Hunde. Ihr Stoffwechsel arbeitet mehr und bestimmte Vitamine und Mineralstoffe unterstützen sie dabei.

B-Vitamine (vor allem Biotin), Vitamin E und die Spurenelemente Zink, Kupfer und Jod helfen dem Stoffwechsel.

Vitamine und Mineralstoffe kannst Du in Pulverform über das Futter streuen. Achte auf eine korrekte Dosierung bei den Zusätzen! Mehr ist nicht immer besser. Das Verhältnis unter den Nährstoffen ist wichtig: Einige Stoffe hemmen andere. Zu viel Zink stört zum Beispiel Kupfer und umgekehrt.

Raumklima

Auch Deine Wohnung kann sich auf Fell und Haut Deines Hundes auswirken. Wir kennen das selbst, besonders im Winter: Die warme Heizungsluft trocknet unsere Schleimhäute aus, die Haut ist rissig, trocken oder juckt. Unseren Fellnasen geht es nicht anders.

Achte auf eine höhere Luftfeuchtigkeit im Raum. Stoßlüften mehrmals am Tag, Pflanzen, Wasserschalen auf der Heizung oder ein Luftbefeuchter helfen.

Hunde: eine haarige Angelegenheit

Aus der Unterwolle von manchen Hunden könnten wir Pullover für die ganze Familie stricken. Das Haaren ist ein wichtiger Prozess und mit der richtigen Pflege, kannst Du den Fellwechsel beschleunigen. Wenn Du Deinen Hund dabei unterstützt, hilfst Du ihm und Deinem Staubsauger ebenso.

Ist Dein Hund ein kleines Wollmonster oder verliert er kaum Haare? Schreibe es gerne in die Kommentare!

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