Dein Hund zittert: Gründe und Maßnahmen

„Hat dein Hund Angst?“ Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, wenn fremde Menschen meine 15 Jahre alte Hündin Jule sehen. Wenn sie steht, zittern ihre Hinterbeine wie Espenlaub. Manchmal rutschen ihr die Beine durch das Zittern seitlich weg. Dann muss sie ihre Pfoten wieder in die Ausgangsposition bringen, doch kurz darauf beginnt das Spiel von vorne. Ich nenne es gerne scherzhaft ihren Moonwalk.

Jules Zittern beruht nicht auf Angst, sondern auf einer altersbedingten Muskelschwäche. Welche weiteren Gründe es für das Zittern gibt und welche Maßnahmen du dagegen ergreifen kannst? Das verrate ich dir jetzt.

Darum zittern Hunde

Wieso ein Hund zittert, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Angst und Kälte sind zwei mögliche Ursachen. Doch auch Stress, Aufregung, Anstrengung sowie das Träumen kommen dafür in Frage. Es gibt sogar rassebedingtes Zittern, das beispielsweise mit starken Jagdverhalten zusammenhängen kann. Damit verbunden ist eine starke Aufregung, die wiederum zum Zittern führt.

Das hier sind ein paar der Gründe, weshalb Hunde zittern.

1. Angst
Hast du einen Vierbeiner, der sich vor Gewittern, Knallerei oder dem Autofahren fürchtet? Dann bist du bestimmt damit vertraut, dass er in solchen Momenten zittert. Dazu können weitere Symptome wie heftiges Hecheln, Winseln, eine eingeklemmte Rute und starkes Meideverhalten kommen.

2. Kälte
Genau wie du und ich zittern auch Hunde, wenn sie frieren. Die damit verbundene Muskelspannung erzeugt Wärme. Besonders alte und kranke Tiere, Welpen und Hunde mit sehr dünner Unterwolle können bei kalten Temperaturen oder nassem Wetter ins Schlottern kommen.

4. Aufregung und Freude
Aufregung kann positiv als auch negativ sein. Es ist notwendig, die Körpersprache deines Hundes zu lesen, um den Unterschied zu erkennen. Ein freudig aufgeregtes Tier ist in seinen Bewegungen locker. Seine Rute dreht sich ausschweifend wie ein Propeller. Viele Vierbeiner verhalten sich so, wenn ihr Besitzer nach Hause kommt.

Ein negativ aufgeregtes Tier hingegen ist deutlich steifer und angespannter. Seine Bewegungen sind weniger raumgreifend. Eine möglicher Auslöser ist die Begegnung mit einem fremden Artgenossen oder Menschen, bei der sich dein Tier unsicher fühlt.

5. Alterszittern
Je älter der Hund, umso schwächer werden im Laufe der Jahre seine Muskeln. Er ist körperlich nicht mehr so belastbar und ist schneller erschöpft. Zittern bei alten Hunden ist nicht ungewöhnlich, es kann jedoch auch ein Anzeichen für Arthrose sein.

6. Schmerzen oder Erkrankung
Krämpfe, Schmerzen oder eine Erkrankung sind weitere Gründe für Zittern beim Hund. Meist kommen andere Symptome dazu, zum Beispiel Apathie, Erbrechen, Durchfall und/oder Fieber. Auch Verletzungen können dazu führen, dass ein Hund zittert.

Du siehst, dass sich das Zittern nicht auf einen einzigen Auslöser beschränken lässt. Manchmal zucken die Muskeln deines Hundes, weil er träumt. Manchmal sind es schwerwiegendere Gründe. Um etwas gegen das Zittern zu unternehmen, musst du die Ursache kennen. Nur so kannst du gezielte Maßnahmen ergreifen.

Zittern bei Hund – Maßnahmen

Ein frierender Hund braucht andere Maßnahmen als ein ängstlicher oder kranker. Zittert dein Hund vor Kälte, kannst du recht leicht Abhilfe schaffen. In diesem Fall solltest du ihm einen Mantel anziehen, damit er es warm hat.

Zittert dein Hund aus Angst, solltest du den Angstauslöser herausfinden und daran trainieren. Entgegen vieler Behauptungen ist es nicht sinnvoll, einen Hund mit seiner Angst alleine zu lassen oder ihn zu ignorieren. Das würdest du bei einem ängstlichen Kind ja auch nicht machen. Er fühlt sich durch irgendwas in seiner Sicherheit bedroht und es gilt, dies ernst zu nehmen. In einer akuten Angstsituation darfst du daher durchaus beruhigend mit ihm sprechen. Wenn es für ihn angenehm ist, kannst du ihn auch massieren, um ihn zu entspannen.

Ist Aufregung der Grund für das Zittern deines Vierbeiners?
In diesem Fall ist das wichtigste Ziel, Ruhe und Entspannung reinzubringen. Dies gilt sowohl bei positiver als auch negativer Aufregung. Legt sich die Aufregung deines Hundes, legt sich auch das Zittern. Bei machen tierischen Fellen kann es sinnvoll sein, dir die Unterstützung eines Trainers zu holen, um die richtigen Trainingsmaßnahmen zu ergreifen.

Bei altersbedingtem Zittern kann der Besuch beim Tierarzt oder Tierphysiotherapeuten angebracht sein. Es muss geklärt werden, ob Muskelschwäche oder Arthrose der Auslöser ist. Unter Umständen benötigt dein Hund bestimmte Mineralstoffe oder sogar Schmerzmittel. Wie du Arthrose beim Hund natürlich behandeln kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Ein Besuch beim Tierarzt ist ebenfalls notwendig, wenn dein Hund aufgrund von Schmerzen, einer Verletzung oder Erkrankung zittert. Fällt dir an ihm ungewöhnliches Verhalten auf? Frisst und trinkt er anders als gewohnt? Ist er besonders unruhig oder apathisch? Jault oder hinkt er?

Gelenke Quiz
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Mögliche Erkrankungen und Notfälle können sein:

  • Vergiftung
  • Magendrehung
  • Epilepsie
  • Hitzschlag

Keine Sorge, nicht jedes Zittern bedeutet direkt das Schlimmste. Dennoch solltest du es genau beobachten und dich bei weiteren Auffälligkeiten mit deinem Tierarzt besprechen.

Zittern ist nicht gleich Zittern

Nicht jedes Zittern beruht auf Angst oder Kälte. Auch Freude, Anspannung oder Schmerzen können es auslösen. Um passende Maßnahmen zu ergreifen, solltest du die Ursache herausfinden. Bei altersbedingtem Zittern kannst du dein Tier mit Physiotherapie, Mineralstoffen und Vitaminen unterstützen. Bei Angst oder hoher Aufregung kann es sinnvoll sein, einen Trainer an deine Seite zu holen. Ist eine Erkrankung oder Verletzung der Grund für das Zittern, solltest du dich an deinen Tierarzt wenden. In manchen Fällen verschwindet es komplett, sobald die Ursache behoben ist. In anderen bleibt es bestehen, zum Beispiel bei meiner alten Hündin. Das kann für das Tier störend sein, beeinträchtigt es aber nicht in seiner Lebensqualität.

Kennst du es von deinem Fellfreund, dass er zittert und wenn ja, was ist der Grund dafür?

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