Cavaletti für Hunde

Cavalettitraining kommt aus dem Pferdesport, bei dem Pferde über mehrere, niedrige Hindernisse — auch Bodenricks genannt — laufen. Der Sport ist nicht nur für unsere Freunde mit den großen Nüstern eine willkommene Abwechslung. Auch für unsere Fellnasen ist es eine wunderbare Beschäftigung.

Cavalettitraining — Was ist das?

Das Ziel beim Cavalettitraining ist, dass die Pferde gleichmäßig über die leicht erhöhten Stangen laufen. Das verbessert Konzentration, Raumgriff, Schwung, Gleichgewicht und Takt.

Vorteile von Cavalettitraining für Hunde

Für unsere lieben Fellnasen hat das Cavalettitraining ähnliche Vorteile:

  • Baut Muskelmasse auf und lockert sie.
  • Verbessert die Ausdauer.
  • Schult Balance, Trittsicherheit und Gleichgewicht.
  • Bringt Abwechslung.
  • Verbindet Kopf- und Körperarbeit.
  • Fördert die Konzentration.
  • Schont die Gelenke, weil es beim Cavalettitraining keine Sprünge, engen Wendungen oder steile Hindernisse gibt.
  • Lastet nervöse oder überdrehte Hunde mit ruhigem Sport aus.
  • Schult Körperbewusstsein nach Krankheit oder Operation.

Cavalettitraining ist für (fast) alle Hunde geeignet

Die Arbeit mit den Stangen ist für alle Hunde geeignet. Zu möglichen Ausnahmen gehören:

  • Sehr alte Hunde und Welpen sollten nur im Schritt über am Boden liegende Stangen gehen.
  • Erkrankungen am Bewegungsapparat: bei Krankheiten wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie das Training vorher mit Tierarzt und Physiotherapeuten abklären.
  • Körperliche Beeinträchtigungen: z.B. blinde oder dreibeinige Tiere.
  • Krebserkrankungen: nur in Rücksprache mit dem Tierarzt.
  • Tragende oder säugende Hündinnen.
  • Kurzbeinige Hunde wie Dackel, Basset oder Corgi können vor allem beim Traben die Stangen kaum überwinden.

Ausrüstung und Gelände

Die Stangen sollten aus Holz oder Kunststoff bestehen, rund sein und zwischen 50 cm und 150 cm lang sein. Als Auflage für die Stangen eignen sich Holzklötze mit Einkerbungen oder zwei kurze Latten, die du zu einem Kreuz verbindest. Natürlich gibt es fertige Cavalettisets zu kaufen. Die Auflagen bestehen oft aus Hütchen mit mehreren Löchern für unterschiedliche Höhen. Fürs erste Mal Ausprobieren reichen ein paar Besenstiele und niedrige Kartons.


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Unsere Fellnasen haben eine Rot-Grün-Blindheit, weshalb sich Stangen in Farben wie Blau oder Gelb besser eignen.

Am Beginn braucht ihr eventuell Geschirr und Leine, später soll dein Liebling ohne Leine über die Cavaletti laufen.

Motivation ist immer erwünscht: Genussvolle Leckerchen, das Lieblingsspielzeug oder zärtliche Streicheleinheiten dürfen beim Training nicht fehlen.

Als Bodenbelag eignet sich eine kurz gemähte Wiese am besten. Ein zu langer, weicher oder mit Löchern versehener Rasen ist kein guter Boden für die Stangenarbeit. Asphalt ist viel zu hart und ein zu tiefer Sandplatz eignet sich auch nicht.

Ihr könnt die Stangenarbeit auch nach innen verlegen. Hier brauchst du genügend Platz und einen rutschfesten Boden. Mit Teppich oder Gummimatten steht dem Training nichts im Weg.

Cavalettitraining für Hunde
Im Gegensatz zum Agility springen die Vierbeiner beim Cavalettitraining nicht

Gangarten, Schrittlänge und Tritthöhe unserer Fellnasen

Das Ziel beim Cavalettitraining ist, dass die Vierbeiner gleichmäßig über die Stangen laufen. Dazu gehört, dass sie immer genau in der Mitte zwischen die Stangen steigen. Dafür musst du die Schrittlänge deines Lieblings herausfinden. Außerdem soll er über die Stangen laufen und nicht springen, weshalb du die richtige Höhe der Stangen finden musst. Am Beginn wirst du mit Abstand und Höhe ein bisschen probieren müssen, bis sie passen.

Grundgangarten

Schritt, Trab und Galopp sind die Grundgangarten unserer Vierbeiner und ein gesunder Hund läuft einen gleichmäßigen Takt. Taktunreinheiten können auf Schmerzen und Probleme mit dem Bewegungsapparat hindeuten. Für das Cavalettitraining sind Schritt und Trab die Basis, ab und zu dürfen die Fellnasen auch im Galopp über die Stangen flitzen.

Schrittlänge: Der Abstand der Stangen

Zwischen den Stangen sollen keine Zwischenschritte eingebaut werden. Die Schrittlänge lässt sich für jeden Vierbeiner einfach bestimmen: Mach die Pfoten deines Lieblings nass und lass ihn auf trockenem, hellem Untergrund wie Asphalt laufen. Dann misst du den Abstand zwischen zwei Pfotenabdrücken und du hast die Schrittlänge. Das kannst du für die Gangarten Schritt und Trab machen. Für den Galopp gilt als Faustregel die zwei- bis dreifache Länge des Hundes.

Tritthöhe: Die Höhe der Stangen

Dein Liebling sollte über die Stangen gehen oder laufen, aber nicht springen. Lass deine Fellnase am Beginn über die am Boden liegenden Stangen laufen und erhöhe sie dann schrittweise. Als Obergrenze gilt für die meisten Hunde das Karpalgelenk.

Grundlagen für das Training

Um das Training anschaulicher zu machen, findest du in diesem Artikel ein paar Videos. So kannst du dir besser ein Bild vom Cavalettitraining machen.

Aufwärmen

Vor dem Training heißt es Muskeln aufwärmen. Fünf Minuten gehen, locker traben und spielen reichen vollkommen. Powert euch nicht zu sehr aus, denn das eigentliche Training beginnt erst mit den Stangen.

Erste Schritte

Fürs erste Mal reichen drei Stangen aus und sie sollten am Beginn am Boden liegen und nicht erhöht sein. Laufe neben deiner Fellnase her und geht im rechten Winkel auf die erste Stange zu. Halte so weit Abstand, dass du neben den Stangen gehen kannst. Dein Liebling soll die Stangen alleine überqueren. Wenn ihr am Beginn mit Geschirr und Leine trainiert, achte darauf, dass die Leine durchhängt.

Dein treuer Begleiter soll im Schritt mittig über die Stangen laufen und nach vorne schauen. Deshalb ist es nicht sinnvoll zu sprechen, mit dem Leckerlibeutel zu rascheln oder mit dem Spielzeug zu pendeln, während die Fellnase über die Stangen läuft. Die Belohnung gibt es erst, wenn alle Stangen überwunden sind.

Wenn deine Fellnase mit Clicker- und Targettraining vertraut ist, könnt ihr die Cavalettiarbeit über das Clickern aufbauen. Bodentargets helfen, damit dein Hund nach vorne blickt und weiß, dass es am Ende einen Leckerbissen gibt.

Mach immer wieder Pausen, indem du kurz mit deiner Fellnase spielst oder sie mit Streicheleinheiten verwöhnst.

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Mögliche Stolpersteine

Viele Hunde überqueren die Stangen nicht in der Mitte, sondern zu weit links oder rechts. Lege zwei Stangen über Kreuz. Hunde wählen die niedrigste Stelle, was bei überkreuzten Stangen die Mitte ist.

Manche Fellnasen wollen dem Parcours zuerst ausweichen. Begrenze eine oder beide Seiten mit einer Mauer oder einem anderen Hindernis, damit dein Hund sich nicht so leicht vorbeimogeln kann.

Unsicheren Vierbeinern kannst du helfen, indem du sie für jede übertretene Stange belohnst. Das geht mit dem Clicker oder indem du zwischen die Stangen eine Leckerlispur legst.

Bei zu hastigen Hunden, die nicht im Schritt über die Stangen gehen wollen, wird auch jeder ruhige Schritt belohnt. An der Leine lässt sich das Tempo deiner Fellnase besser kontrollieren.

Wichtig ist, dass ihr auf beiden Seiten trainiert (Hund läuft einmal links, einmal rechts von dir). Ist deine Fellnase drei-mal auf jeder Seite über die Stangen gelaufen, kannst du sie leicht erhöhen. Klappt das jeweils einmal auf jeder Seite, solltest du die Trainingseinheit beenden. Beginne das nächste Training mit dieser Höhe und lege maximal drei weitere Stangen dazu.

Gelenke Quiz
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Weiteres Training

Setze Trab und Galopp erst ein, wenn dein Liebling sicher im Schritt über die Stangen läuft. Die meisten Hunde passen die Gangart an die Geschwindigkeit der nebenherlaufenden Besitzer an. Es ist sinnvoll, für jede Gangart gleich zu Beginn ein Kommando zu geben. Das ist vor allem für fortgeschrittenes Training wichtig.

Achte darauf, dass es nicht zu langweilig wird und ändere den Parcours immer wieder:

  • Unterschiedliche Höhen.
  • Unterschiedliche Gangarten.
  • Eine Stange aus dem Parcours nehmen.
  • Bögen und Wendungen einbauen.
  • Ein Ende der Stange auf den Boden legen, damit sie schräg liegt.

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Habt ihr das Cavalettitraining schon ausprobiert? Was sind deine Erfahrungen? Schreibe es gerne in die Kommentare!

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