So hilfst du einem dreibeinigem Hund im Alltag

Denkst du darüber nach, dir einen dreibeinigen Hund zu holen? Oder lebst du bereits mit einem zusammen? In beiden Fällen ist es hilfreich für dich und deinen Liebling, wenn du gut über seine optimale Haltung informiert bist. Auch wenn dem Vierbeiner ein Bein fehlt, ist er dennoch vor allem eines: ein Hund. Gleichzeitig bringt er bestimmte Bedürfnisse mit, die du kennen solltest.

Wie du einem dreibeinigem Hund ein angenehmes Leben ermöglichst und worauf du achten solltest, das und mehr erfährst du jetzt.

Dreibeinige Hunde – das solltest du wissen

Manchen Hunden muss ein Vorderbein, anderen ein Hinterbein amputiert werden. Die Gründe dafür können verschieden sein. Eine Verletzung durch einen Sturz kommt ebenso in Frage wie ein Verkehrsunfall oder die Misshandlung durch Menschen. Gerade Hunde aus südlichen Ländern leben oft unter schwierigen Bedingungen. Daher findest du auch bei Tierschutzorganisationen aus diesen Regionen häufiger dreibeinige Hunde.

Welche Folgen hat es, ob deinem tierischen Freund das vordere oder hintere Bein fehlt? Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Dreibeiniger Hund mit nur einem Vorderbein

Welches Bein fehlt, wirkt sich auf die Statik aus. Die vorderen Beine tragen bei einem Hund das meiste Gewicht. Entsprechend macht es sich bemerkbar, wenn eines amputiert wird. Das Laufen ist für deine Fellnase mit mehr Anstrengung verbunden. Deshalb wird sie bei längeren Spaziergängen schneller ermüden als ein vierbeiniger Artgenosse. Auch das Treppensteigen sowie das bergauf und bergab Laufen sind für deinen dreibeinigen Schatz mit nur einem Vorderbein anstrengender.

Mögliche gesundheitliche Folgen für deinen tierischen Freund:

  • Ein erhöhter Verschleiß des verbliebenen Vorderbeines
  • Ein erhöhter Verschleiß am Hinterbein, das diagonal gegenüberliegt.
  • Überlastung der Bänder
  • Rückenprobleme

Ratsam ist es, dass du die Länge eurer gemeinsamen Spaziergänge auf deinen lieben Hund anpasst. Damit schützt du ihn vor Überanstrengung.

Dreibeiniger Hund mit nur einem Hinterbein

Die Statik eines Hundes wird weniger stark beeinflusst, wenn ein Hinterbein fehlt. Er ermüdet daher nicht so schnell bei längeren Gassirunden. Dennoch kann auch ein fehlendes Hinterbein gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Das liegt daran, der Hund das verbliebene hintere Bein mehr in der Körpermitte einsetzt. Er beansprucht es also anders, als es ein Hund mit vier Beinen tun würde.

Mögliche Auswirkungen für seine Gesundheit sind:

  • Eine stärkere Belastung der Bänder und Gelenke wie dem Hüft- oder Kniegelenk.
  • Verkrampfe Muskeln im Becken- oder Rückenbereich.
  • Eine höhere Belastung des schräg gegenüberliegenden Vorderbeins und damit ein höherer Verschleiß.

Tipp: Mit einer weichen Liegemöglichkeit für deine dreibeinige Fellnase beugst du Verspannungen im Rücken vor.

Tipps für den Alltag mit einem dreibeinigen Hund

Auch dreibeinige Fellnasen haben Energie und Lebensfreude. Sie wollen nicht in Watte gepackt werden, sondern Hund sein dürfen. Gleichzeitig ist es wichtig, auf ein paar Punkte zu achten, damit dein Liebling ein schönes Leben hat.

Ganz oben stehen lieber kurze statt lange Spaziergänge. Wurde deinem Schatz erst vor kurzem das Bein amputiert, taste dich langsam an längere Gassigänge heran. So stellst du sicher, dass sich sein Körper an die neue Belastung gewöhnen kann.

Wenn dein tierischer Freund ein Leichtgewicht ist, trage ihn Treppen hoch und runter oder nutze den Fahrstuhl. Bei einem größeren Hund solltest du das Treppensteigen auf ein Minimum reduzieren. Damit schützt du deine Fellnase vor Überanstrengung.

Weitere Tipps für ein angenehmes Leben deines Dreibeiners:

  • Sorge im Haus dafür, dass der Boden rutschfest ist. So bietest du deinem Schatz mehr Stabilität und Halt.
  • Nutze ein Brustgeschirr statt eines Halsbandes. Damit kannst du deine Fellnase beim Treppensteigen oder Einsteigen ins Auto unterstützen. Für dreibeinige Hunde gibt es spezielle Geschirre, die auf auf ihre besonderen Ansprüche angepasst sind.
  • Überprüfe regelmäßig, ob dein Liebling Verspannungen zeigt. Gut eignen sich dafür die gemeinsamen Kuscheleinheiten. Lasse dir am besten von einem Tierarzt oder Tierphysiotherapeuten zeigen, wie du Verspannungen erkennst.
  • Fehlt deinem tierischen Freund das Vorderbein? Dann besorge ihm einen erhöhten Napf. Damit erleichterst du ihm das Fressen und Trinken.
  • Achte auf das Gewicht deines Hundes. Mit einer schlanke Figur trägst du dazu bei, Überlastungen seiner Gelenke zu vermeiden.
  • Lasse deinen dreibeinigen Schatz möglichst nur auf weichem Untergrund mit anderen Hunden spielen. Dieser polstert mögliche Stürze etwas ab.
  • Biete deiner Fellnase die Möglichkeit zum Schwimmen. Auf diese Weise unterstützt du seine Ausdauer. Gleichzeitig hilfst du ihm, seine stark beanspruchten Gelenke sanft zu bewegen.
  • Ergänze das Hundefutter mit Ergänzungsmittel zum Schutz der Gelenk. Sprich dich dazu mit deinem Tierarzt ab, um das geeignete Mittel auszuwählen.

Du bist selbst eine sehr aktive Person und gehst gerne lange wandern? Du machst gerne Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren? Das sind Dinge, die für einen Dreibeiner zu anstrengend sind. Bevor du dich also für einen solchen Hund entscheidest, solltest du sicher sein, dass du seinen Bedürfnissen gerecht werden kannst.

Gelenke Quiz
Gelenke Quiz

Dreibeiniger Hund – na und?

Das Leben mit einem dreibeinigen Hund macht genauso viel Spaß wie mit einem vierbeinigen. Du erntest vielleicht schräge Blicke von anderen Menschen, das kann sein. Doch deinen Liebling interessiert das nicht. Er möchte toben, rennen und schnüffeln wie andere Hunde auch.

Er benötigt etwas mehr Fürsorge. Und auch eine regelmäßige Vorsorge ist wichtig, um mögliche gesundheitliche Folgen zu reduzieren oder zu vermeiden. Wenn du ihm beides bietest, steht einem glücklichen Leben nichts im Wege.

Welche Erfahrungen hast du mit einem dreibeinigen Hund schon gemacht. Hast du selbst einen oder überlegst du, einen aufzunehmen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.