Hilfe, mein Hund spielt nicht mit mir

Wieso will der nicht mit mir spielen? Dein Fellfreund hat die verschiedensten Spielzeuge, du wirfst ihm Bällchen oder forderst ihn zu Zerrspielen auf, aber nichts funktioniert.

In diesem Artikel erfährst du mögliche Gründe, wieso ein Hund nicht spielen will.

Spiel ist nicht gleich Spiel

Der wichtigste Grund liegt in einem Missverständnis. Für viele Hundehalter bedeutet spielen, dass sie dazu einen Gegenstand wie einen Ball oder ein Tau benutzen. Sie wollen mit ihrem Liebling Zerrspiele machen oder er soll etwas hinterherjagen. Spielen bedeutet jedoch, etwas gemeinsam zu machen, an dem beide Seiten Freude haben. Somit ist es weitaus mehr, als nur zu jagen, zu apportieren oder an etwas zu zerren. Spielen kann auch sein, deinem Hund lustige Tricks beizubringen, ihn etwas suchen zu lassen oder mit ihm zusammen über Baumstämme zu balancieren.

Gründe, wieso ein Hund nicht spielt

Du siehst, dass sich das Spielen sehr unterschiedlich gestalten lässt. Du brauchst dazu nicht einmal ein Spielzeug. Grundsätzlich gilt, dass ein Hund nur dann spielt, wenn seine überlebensnotwendigen Bedürfnisse gestillt sind. Leidet er unter großem Hunger, wird er kaum Lust dazu haben. Auch ein unkastrierter Rüde, der eine läufige Hündin riecht, hat anderes im Sinn. Im folgenden Abschnitt erfährst du weitere Gründe, wieso sich dein lieber Freund nicht fürs Spielen begeistern lässt.

Der Hund ist krank oder hat Schmerzen

Vielleicht tut deinem Schatz etwas weh und er vermeidet es, sich zu bewegen. Es kann sein, dass er Probleme mit seinen Gelenken hat oder eine andere gesundheitliche Ursache vorliegt. Wenn du dich nicht wohlfühlst, ist dir auch nicht nach Spielen zumute. Genauso geht es deinem Liebling. Hast du den Verdacht, dass er krank ist oder ihm etwas wehtut, solltest du ihn vom Tierarzt untersuchen lassen.

In diesem Beitrag erfährst du, woran du Arthrose erkennen kannst.

Der Hund ist gestresst, ängstlich oder unsicher

Spielen erfordert Vertrauen und das Gefühl von Sicherheit. Solange das nicht gegeben ist, kann sich ein Hund (noch) nicht darauf einlassen. Dies gilt vor allem für Vierbeiner, die frisch eingezogen sind. Sie brauchen Zeit, um sich an das neue Zuhause, die Menschen und Eindrücke zu gewöhnen. Besonders für ängstliche oder unsichere Tiere ist diese Phase mit viel Stress verbunden. Auch Hunde aus dem Tierschutz mit schlechten Erfahrungen müssen erst einmal Vertrauen aufbauen, bevor sie spielen können oder wollen. Gib deinem Fellfreund Zeit, damit er Sicherheit gewinnen kann.

Falsches Spielen

Hast du schon einmal einen Hasen gesehen, der auf deinen Hund zurennt? Ich nicht. Doch beim Spielen machen viele Hundeeltern genau diesen Fehler. Sie rollen den Ball auf ihn zu oder führen den Gegenstand zu ihm hin, doch dadurch fühlt sich der Hund bedroht. Einladender ist es für deinen lieben Freund, wenn du das Spielzeug von ihm weg bewegst und dazu noch kleine, ruckartige Bewegungen machst.

Bedenken solltest du beim Spielen auch deine Körpersprache. Beugst du dich frontal über deinen Schatz, ist das für ihn ebenfalls eine Bedrohung.
Besser: Stelle dich seitlich zu ihm und bewege dich von ihm weg. Hilfreich ist es zudem, ihn freundlich und entspannt anzuschauen, statt ihm in die Augen zu starren.

Das falsche Spielzeug

Was es nicht alles an Spielsachen für den Hund zu kaufen gibt. Die Materialien reichen von Plastik und Gummi über Textilien bis hin zu Holz. Was dem einen Vierbeiner gefällt, stößt beim anderen auf Desinteresse. Meine Hündin Merle ist begeistert von Tannenzapfen und lässt dafür alles links liegen. Probiere daher am besten verschiedene Dinge aus, um herauszufinden, womit du deinen Liebling begeistern kannst.

  • Sind es natürliche Materialen wie Blätter, Federn, Zapfen?
  • Mag er gefüllte Futterbeutel?
  • Interessiert er sich für einen mit Fell bezogenen Dummy?
  • Hat er Spaß, Papprollen zu zerbeißen, in denen du Futter versteckt hast?

Erlaubt ist, was ihm gefällt und ungefährlich für ihn ist.

Kein Spiel, sondern Ernst

Willst du beim Spielen das Kommando haben? Muss dein Hund dabei gehorchen? Darf er auch mal gewinnen oder immer nur du? Spielen soll Spaß bedeuten, und zwar für beide Parteien. Lässt du deinen Fellfreund jedoch ständig Kommandos wie Sitz, Platz oder Aus ausführen, ist das für ihn Training – kein Spiel. Er muss dauernd seine Impulse kontrollieren und sich beherrschen, dabei geht jeglicher Spaß verloren. Wenn dein lieber Schatz bisher noch nicht gerne spielt, dann baue dies erst einmal in Ruhe auf, und zwar unabhängig vom Üben der Signale.

Siehe ihn als gleichberechtigten Spielpartner, der auch mal gewinnen darf. Nur so kann sich bei ihm Freude an der gemeinsamen Interaktion entwickeln.

Nicht jeder Hund spielt gerne

Dass ein Vierbeiner nicht spielen möchte, kann auch daran liegen, dass er es nie gelernt hat. Ist er zum Beispiel unter schwierigen Bedingungen auf der Straße aufgewachsen, hatte er womöglich nur sein Überleben im Sinn. Manche Hunderassen sind zudem nicht so verspielt wie andere. Dazu zählen Herdenschutzhunde, aber auch nordische Rassen. Natürlich gibt es unter ihnen immer wieder Ausnahmen, aber tendenziell sind es keine Spieler.

So animierst du deinen Hund zum Spielen

Du möchtest deinen lieben Schatz zum Spielen animieren? Dann achte darauf, dass du selbst in einer entspannten Stimmung bist und das Ganze locker angehst. Nimm dir Zeit, um herauszufinden, was deinem tierischen Freund Freude macht. Ist es das Schnüffeln und Suchen? Lernt er gerne Tricks? Ist er gerne körperlich aktiv oder eher behäbig? Mag er es, zu buddeln? Trägt er gerne Dinge im Maul? Die Liste an Möglichkeiten ist lang. Es kommt darauf an, dass du ihn beobachtest und auf seine Vorlieben eingehst.

Ebenfalls wichtig, um deinen Hund zum Spielen zu animieren:

  • Auch er sollte sich in einer gelösten Stimmung befinden.
  • Sorge dafür, dass das Spielzeug interessant bleibt. Räume es daher immer weg.
  • Bewege dich so, dass sich dein Hund nicht von dir bedroht fühlt. Die Devise lautet: von ihm weg statt zu ihm hin. Das gilt auch für das Spielzeug.
  • Mache nur kurze Spieleinheiten von wenigen Minuten.
  • Bekräftige und belohne ihn, wenn er Interesse zeigt und sich darauf einlässt. Jeder kleine Schritt zählt. Sorge für viele Erfolgserlebnisse, die sich bei ihm einprägen und Lust auf mehr machen.

Nicht nur das Spiel selbst braucht dein Fingerspitzengefühl, auch das Beenden. Damit sich dein Hund nach einer aufregenden Einheit wieder beruhigt, kannst du ihm etwas Futter zum Suchen hinwerfen. Das Schnüffeln bewirkt, dass sein Erregungsniveau wieder herunterfährt. Eine schöne Alternative ist es, noch ein wenig gemeinsam zu kuscheln. Auch hier gilt es zu entdecken, was dein Liebling mag und sich auf ihn einzustellen.

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Fazit: Spielen kann gelernt werden

Dass dein Hund nicht spielen möchte, kann verschiedene Gründe haben. Vermutest du gesundheitliche Ursachen, solltest du ihn von einem Tierarzt untersuchen lassen. Möglich ist auch, dass dein Fellfreund das Spielen nie gelernt oder rassebedingt wenig Interesse daran hat. Um ihn dazu zu animieren, gehe es locker an. Spielen soll Freude machen – dir und deinem treuen Begleiter.

Wie ist es bei deinem Hund: Spielt er gerne oder eher nicht? Berichte uns gerne in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

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