Gelenkschmerzen bei warmem Wetter

Viele Hundebesitzer wissen, dass sich die Gelenkschmerzen ihrer Lieblinge bei feucht-kaltem Wetter verschlimmern. Die nasse Kälte kriecht in die Gelenke und Hundebesitzer helfen mit Wärme, die Schmerzen zu lindern. Doch was, wenn die Gelenke bei warmen Temperaturen wehtun?

Arthrose und Arthritis

Die Ursache für Gelenkprobleme ist oft die degenerative und chronische Erkrankung Arthrose. Die stoßdämpfenden Knorpel in den Gelenken nutzen sich immer weiter ab. Das führt zu Entzündungen, Schmerzen und weniger Bewegung, was wieder zu mehr Entzündungen führt.

Arthritis ist die Gelenkentzündung selbst und geht mit der Arthrose oft Hand in Hand. Arthritis kann Arthrose auslösen und umgekehrt. Ist eine bakterielle Infektion schuld an der Arthritis, gesellt sich oft Fieber zu den Symptomen.

Symptome Arthritis

  • Dauerschmerz: Die Schmerzen sind oft stechend oder pochend und treten in Ruhephasen und bei Bewegung auf.
  • Die Gelenke sind dauernd steif.
  • Die Gelenke sind geschwollen und fühlen sich warm an.
  • Manche Hunde sind berührungsempfindlich, abgeschlagen, bleiben nicht ruhig liegen oder verweigern lange Spaziergänge.

Symptome Arthrose

  • Anlaufschmerz: Nach einer längeren Ruhephase bewegt sich dein Hund am Beginn einer Spazierrunde steif. Mit zunehmender Bewegung läuft dein Hund geschmeidiger.
  • Ruheschmerz: Ist die Arthrose weiter fortgeschritten, kommt es immer wieder zu Entzündungsschüben. Die Schmerzen können auch in Ruhephasen auftreten.
  • Morgensteifigkeit: Die Gelenke sind vor allem am Morgen oder nach langen Ruhephasen steif.
  • Die Gelenke sind nur bei akuten Schüben warm oder geschwollen.

Bei jeder Behandlung — ob mit Wärme oder Kälte — ist es wichtig, abzuklären, um welche Gelenkerkrankung es sich handelt. Als grobe Grundregel gilt: Bei Arthrose mit Wärme behandeln, bei Arthritis oder akuten Entzündungsschüben mit Kälte behandeln.

Ist das Wetter an den Gelenkproblemen schuld?

Viele Menschen wie Hunde sind wetterfühlig, das heißt sie bemerken Wetterumschwünge. Kopfschmerzen bei Gewitter oder pochende Gelenke bei Temperaturschwankungen. Die Ursachen dafür sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Ob und wie weit das Wetter direkt an den schmerzenden Gelenken beteiligt ist, wird in Fachkreisen diskutiert.

Schwankender Luftdruck könnte eine Ursache für Gelenkschmerzen sein. Dabei dehnen sich die Gelenke aus und verursachen Schmerzen.

Wahrscheinlich wirkt sich das Wetter nicht direkt auf die Gelenke aus. Forscher aus den USA fanden heraus, dass bei steigenden Temperaturen vermehrt bei Google nach Begriffen wie Hüftschmerzen, Knieschmerzen und Arthritis gesucht wurden. Sie kommen zu dem Schluss, dass das mit dem erhöhten Bewegungsdrang im Frühling und Sommer zu tun hat. Mehr Bewegung, mehr Fehlbelastungen, Überanstrengungen und Verletzungen. Das könnte auch für unsere Vierbeiner gelten, da wir bei schönem Wetter mehr mit ihnen unternehmen.

Andere Forscher haben die Studie kritisiert, da sie keine Angaben zum Alter oder Fitnessgrad der Betroffenen angibt. Eine Korrelation zwischen warmem Wetter und Gelenkschmerzen ist vorhanden, keineswegs eine Kausalität. Das heißt, dass es einen Zusammenhang gibt, der Auslöser aber nicht geklärt ist.

Außerdem ist Wetterfühligkeit sehr individuell, auch bei unseren Hunden.

Ob das Wetter schuld ist oder nicht: Wenn die akut entzündeten und warmen Gelenke dem Temperaturanstieg ausgesetzt sind, schmerzen sie öfter. Wenn du ein paar Dinge beachtest, hilfst du deinem Hund an heißen Tagen.

Gelenkprobleme bei warmem Wetter
Werden die Sonnenstrahlen wärmer, können die Gelenke öfter schmerzen

Was du gegen Gelenkprobleme bei warmen Temperaturen tun kannst

Die richtige Bewegung, Ernährung und andere Methoden helfen den Gelenken deines Hundes.

Bewegung

Es ist verlockend bei pochenden Gelenken, Bewegung zu meiden. Das ist aber nur bedingt ratsam. Grundsätzlich gilt: Bewegung ist bei Arthrose eine der wichtigsten Behandlungsmethoden. Regelmäßige, langsame Spaziergänge am besten mehrmals am Tag verteilt. Vermeide ständiges Laufen auf Asphalt, Treppen steigen, Sprünge (z.B. ins und aus dem Auto) und andere ruckartige Bewegungen wie Ball werfen.

Baue die Muskeln deines Hundes auf. Muskeln schützen die Gelenke vor weiterem Verschleiß. Sie sind wie eine Schutzschicht rund um die Knochen. Mehr Muskeln erreichst du durch Spaziergänge und gezieltes Training wie Körperarbeit.

Wenn dein Hund ein bisschen zu viel auf den Rippen hat, ist ein stetiger Gewichtsverlust die wichtigste Methode, um Gelenkschmerzen zu lindern.

Bei akuten Entzündungsschüben und heißem Wetter ist zu viel Bewegung nicht gut. Gehe früh am Morgen oder spät abends mit deinem Vierbeiner spazieren. Halte die Spazierrunden kurz und bewegt euch langsam.

Deshalb ist Schwimmen eine ausgezeichnete Bewegungstherapie für Hunde mit Gelenkschmerzen. Es belastet die Gelenke nicht und sie bleiben kühl.

Faustregel:

  • Bei Arthrose: schonende Bewegung wie Spaziergänge und Schwimmen
  • Bei Arthritis oder akuten Schüben: weniger Bewegung und Gelenke kühlen

Ernährung

Das Hundefutter ist ein wichtiger Bestandteil beim Kampf gegen den Gelenkverschleiß. Achte darauf, dass das Futter Omega-3-Fettsäuren enthält. Sie helfen nachweislich gegen Gelenkprobleme. Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Futter genügend Omega-3 enthält, kannst du mit Lachsöl oder Grünlippmuschel nachhelfen.

Gelenke kühlen

Wärme, die bei Arthrose hilft, ist bei akuten Entzündungsschüben kontraproduktiv. Zeit für mehr Kälte. Lege Coolpacks (Kaltkompressen aus der Apotheke) auf das schmerzende Gelenk. Bitte nicht direkt darauflegen, sondern vorher in ein Tuch einwickeln.

Quarkwickel sind kühl und enthalten das entzündungshemmende Kasein. Verteile den Quark auf ein Geschirrtuch, schlage es ein und leg es für 15 Minuten auf die betroffene Stelle. Das kannst du beliebig oft wiederholen.

Orthopädisches Hundebett

Eine prima Ergänzung und Investition, die sich lohnt, ist ein orthopädisches Hundebett. Es besteht aus Memory Foam und passt sich an den Hundekörper an. Dadurch lastet weniger Druck auf den angeschwollenen Gelenken. Der Schaumstoff wird weder zu kalt noch zu warm.

Physiotherapie

Massagen und Physiotherapie können bei schmerzenden Gelenken helfen. Vor allem Wassertherapie hilft vielen Hunden.

Schmerzende Gelenke richtig behandeln

Gelenkprobleme bei warmem Wetter sind eine Herausforderung. Die Behandlungsmethoden bei kaltem Wetter könnt ihr nur bedingt anwenden oder sind kontraproduktiv. Wichtig ist, dass du die Art der Gelenkprobleme erkennst: Arthrose, Arthritis oder eine Mischform.

Mit welchen Methoden hilfst du deinem Hund bei schmerzenden Gelenken und warmen Temperaturen? Schreibe es gerne in die Kommentare!

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